Robert Genin

Vysokoe, Belarus 1884-1941 Moskau

Liebespaar

 

Radierung auf Japanpapier, 1922

unten rechts mit Bleistift handsigniert

Prägestempel von "Die Schaffende" 

Maße 24 x 18 cm, im Rahmen der Zeit hinter Glas

 

"Die Schaffenden" war eine expressionistisch orientierte Dresdener Künstlergruppe um Erich Fraaß, Curt Großpietsch, Wilhelm Lachnit, Willy Illmer und Fritz Skade mit sozialkritischem Bezug. Gegründet wurde sie im Jahr 1920.

 

Der weißrussische Maler und Grafiker Robert Genin ist heute etwas aus dem Fokus des allgemeinen Kunstinteresses gerückt. Der Künstler hatte jedoch einen erstaunlichen Werdegang gemacht und sich Zeit seines Lebens ausschließlich in den Dienst der Kunst, besser noch einer sozialistischen Kunst gestellt. Er wurde in der Nähe von Klimowitschi geboren und genoss eine erste künstlerische Ausbildung in Wilna und Odessa, wo 10 Jahre später Chaïm Soutine studierte. Mit 18 Jahren ging Genin nach München an die Ažbé-Schule, siedelte jedoch bereits zwei Jahre darauf (1904) nach Paris um. Hier begeisterte er sich für die Kunst von Pierre Puvis de Chavannes, der mit seinem feierlichen Klassizismus eine Gegenposition zum Impressionismus markierte. Unter seinem Einfluss entstanden ideale Szenerien mit nackten, in der Natur arbeitenden Menschen. Geldnot zwang Genin 1906 zur Rückkehr nach München, wo er für die Wochenzeitschrift „Jugend“ Illustrationen und Karikaturen schuf. 1913 wurde er vom bekannten Münchner Kunsthändler Heinrich Thannhauser unter Vertrag genommen. In München befreundete sich Genin mit Alexej von Jawlensky, Marianne von Werefkin und Wassily Kandinsky. Gemeinsam mit Paul Klee trat er der Gruppe „Sema“ bei und 1914 zählte er zu den Gründungsmitgliedern der Gruppe „Neue Münchner Sezession“. Ab 1917 entstand ein reiches druckgrafisches Werk im Umkreis des deutschen Expressionismus. 1929 übersiedelte Genin nach mehrjährigem Aufenthalt in Berlin erneut nach Paris, wo er zunächst erfolgreich arbeitete. In einem Brief an Marianne Im Obersteg-Buess (1893–1936) (Mai 1935) erwähnte er gar eine Einladung zu einer Gruppenausstellung mit Picasso, Matisse und Braque. Im März 1936 kehrte Genin nach Moskau zurück, in der Hoffnung, aktiv und im kollektiv an der Gestaltung der Stadt mitzuarbeiten. Von Natur aus zu utopischen Vorstellungen neigend, idealisierte er die Ereignisse in Russland. Er starb in 1941 in Moskau.

 

Preis: 390 €